Bewusstes Einkaufen, Dekorieren & Feiern
Der Grund, warum ich diesen Blog über die Festzeit relativ spät im Jahr schreibe, ist, dass ich die Hektik in der Vorsaison nicht mag. Manche Menschen mögen den Stress zum Jahresende. Wenn du nicht dazugehörst und wenn du Ruhe, Freude und Frieden in dein Leben einladen möchtest, könnte dieser kleine Text lesenswert für dich sein. Dieser Beitrag ist für Menschen, die im Dezember Chanukka, Rohatsu, die Wintersonnenwende, Weihnachten oder Neujahr feiern – und für Menschen, die gerne andere beschenken.
Teil 1: Einkaufen
Anstatt einfach Dinge zu kaufen, nur damit du etwas zum Verschenken hast, möchte ich dir einen anderen Ansatz vorschlagen. Nimm dir ein wenig Zeit und Ruhe noch vor Dezember. Mach dir eine Tasse Tee oder Kaffee, setz dich mit einer Kerze hin und atme. Genieße diesen ruhigen Moment.
Denke an das vergangene Jahr zurück, an die Momente, die du mit anderen geteilt hast, und an die Menschen in deinem Leben, die du liebst. Stelle dir jeweils eine Person vor. Was bedeutet sie dir, und was würdest du ihr wirklich gerne schenken? Braucht diese Person vielleicht tatsächlich etwas? Du kannst auch eine schöne Karte schreiben und sie nach ihren Wünschen fragen, wenn du dir unsicher bist. Mit diesem Gedanken kannst du bewusst ein Geschenk auswählen, das von Herzen kommt und das Leben der Person bereichert (anstatt es zu vermüllen).
Ich finde es auch sehr schön, hochwertige Produkte aus dem Lebensmittel- oder Kosmetikbereich zu verschenken. Viele Menschen kaufen sich solche Dinge nicht selbst. Auf diese Weise zeigen wir ihnen, wie wertvoll sie sind und wie sehr wir sie schätzen. Außerdem werden diese Geschenke regelmäßig benutzt und stehen nicht als Staubfänger im Regal.
Wenn du in bestimmten Bereichen richtig gut bist – etwa Backen, Stricken, Fotografie, Schreiben, Musik, Holzarbeiten oder andere Felder –, kannst du auch selbst etwas Persönliches für die Menschen, die du liebst, herstellen. Inspirationen könnten ein Korb mit deinem Lieblingsrezept samt Zutaten sein, ein Kochbuch in einem schönen Notizbuch, Chiliöl, altbewährte selbstgestrickte Socken (je älter man wird, desto mehr weiß man sie zu schätzen!), selbstgemachtes Körperpeeling, ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte auf edlem Papier, ein Foto mit etwas, das die beschenkte Person liebt, ein kleines Lied … die Möglichkeiten sind zahlreich!
Ein Dauerfavorit auf der Geschenkeliste sind Gutscheine für Erlebnisse wie ein Konzert, eine Ausstellung, ein Theaterstück oder etwas Besonderes, das ihr beide liebt, z. B. ein Besuch in einem geschätzten Restaurant. Es kann auch ein Überraschungsausflug sein, bei dem du leckere Snacks einpackst und ihr eine Wanderung in einer schönen Gegend macht. Du kannst einem geliebten Menschen auch deine Zeit schenken und ihn oder sie bei etwas unterstützen, das gebraucht oder gewünscht wird (z. B. Babysitten, Aufräumen, Putzen, Einrichten oder Kochen).
Ich finde auch, dass Geld ein gutes Geschenk sein kann. Wenn jemand keine konkreten Wünsche hat und dies auch klar sagt, ist Geld ein sinnvolles Geschenk. Die Person kann es später für etwas Wichtiges verwenden oder sparen. Manche Menschen sind zudem sehr achtsam mit den Dingen, die Einlass in ihr Zuhause finden. Wenn man ihnen statt unerwünschter Gegenstände Geld schenkt, zeigt das Respekt und Wertschätzung für ihren Lebensstil.
Diese liebevollen Geschenke können in ein besonderes Stück Stoff gewickelt, in einen selbstgemachten Umschlag gelegt oder in eine Vintage-Glasflasche vom Flohmarkt gefüllt werden. So ist das Ganze nachhaltig, schön und wirklich einzigartig.
Hilfreich ist auch, im Laufe des Jahres eine Wunschliste zu führen. Sobald dir auffällt, dass jemand etwas braucht oder einen Wunsch äußert, notierst du es. Dann kannst du das Geschenk ohne Stress irgendwann vor den Festtagen besorgen und bist für die Feier und den Austausch vorbereitet. Oder du machst es frisch im Dezember, wenn es ein selbstgemachtes Geschenk ist.
Diese Ideen sind nachhaltig und für jedes Budget geeignet. Denn ich glaube, das Wichtigste beim Schenken ist, dass es von Herzen kommt, geschätzt wird und nicht teuer sein muss. Es gibt so viele Möglichkeiten, unsere Liebe zu zeigen.
Teil 2: Dekorieren
Unser Zuhause ist unser Zufluchtsort. Jetzt, da Kälte und Dunkelheit im nördlichen Teil der Welt einen großen Teil unseres Lebens ausmachen, machen wir es uns in unseren Räumen noch gemütlicher. Viele Feste finden im Dezember statt, daher verbinden wir das Hineinbringen von Licht und Wärme in unser Zuhause mit festlicher Dekoration.
Ein Fest zu feiern, unabhängig von deinem spirituellen, religiösen oder kulturellen Hintergrund, dient den Traditionen. Es stärkt unser Gefühl der Zugehörigkeit, verleiht unserem Leben tiefere Bedeutung und bringt Freude. Mit einer bewussten Dekoration ehren wir dies. Wir feiern unser Leben, unsere Familie & unsere Freunde. Wir machen die Traditionen zu unseren eigenen, mit unserem persönlichen Stil und unserer Art zu leben. Außerdem haben wir oft schon vor dem eigentlichen Feiertag viel Spaß, wenn wir bereits früh im Monat beginnen zu dekorieren. Vorfreude ist meiner Meinung nach eine wunderbare Freude.
Bei der Dekoration stellen sich immer dieselben Fragen: Welche Atmosphäre möchtest du schaffen? Im Sinne der KonMari-Methode® kannst du dir deinen idealen Lebensstil vorstellen. Nimm dir Zeit dafür, schließe die Augen und atme. Ein Bild wird auftauchen. Weiterhin, zu welchen Farben fühlst du dich hingezogen? Sind sie eher traditionell, wie Rot/Grün/Weiß/Gold zu Weihnachten oder moderner, wie Blau/Silber? Welcher Look gibt dir ein freudiges Gefühl? Vielleicht ist es ein opulenter oder ein minimalistischer, ein funky oder ein ländlicher Stil. Tauche in diese Vorstellungen ein, als gäbe es keine Grenzen, und spüre, was dir Freude bereitet und dein Herz hüpfen lässt.
Von hier aus schaust du dir die Dekorationsgegenstände an, die du besitzt. Im besten Fall sind sie bereits sortiert. Wenn nicht, kannst du das jetzt tun. Lege alles vor dich hin und fühle, ob du eine Verbindung zu den einzelnen Dingen hast. Ob sie zu deinem Herzen sprechen. Welchen Wert haben sie für dich und deine Familie? Stück für Stück überprüfst du, ob sie Freude auslösen. Entsprechend deinem zuvor definierten idealen Lebensstil verwendest du die Dinge, die zu deinem aktuellen Bild passen, und sortierst den Rest wieder ein. Teile, die dir gar nicht mehr gefallen, sortierst du aus. Du kannst sie spenden und jemand anderem damit eine Freude machen.
Jetzt beginnt der aktive Teil des Dekorierens. Du gehst durch dein Zuhause und die Gegenstände intuitiv platzieren. Manche Elemente gehören zusammen, harmonieren & stehen gern nebeneinander. Manche kommen als Gruppe und möchten beieinander bleiben. Dies ist der Ansatz, den ich jedes Jahr wähle und sehr genieße. Lass dir Zeit, mach dir eine Tasse Tee und schalte Musik ein für noch mehr Freude! Wenn du Familie hast, könnt ihr es gemeinsam tun & Spaß haben.
Zum Schluss noch ein Wort zum Kauf neuer Dinge. Ich habe festgestellt, dass ich nicht viel besitzen muss, um glücklich zu sein. Ganz im Gegenteil. Je bewusster ich lebe, desto achtsamer kaufe ich ein und desto glücklicher bin ich. Es ist aber auch wahr, dass du dich im Laufe deines Lebens veränderst und weiterentwickelst. Damit ändern sich natürlich auch deine Besitztümer, die dein wahres Selbst widerspiegeln. Wenn ein Gegenstand keine Freude mehr auslöst, lässt du ihn dankbar los. Wenn er noch zu deinem Herzen spricht, du aber dieses Jahr ein anderes Farbschema möchtest, behältst du ihn.
Ich finde, es ist völlig in Ordnung, ab und zu ein paar neue Dekorationsartikel zu kaufen. Nicht jedes Jahr alles neu, aber hin und wieder ist es völlig in Ordnung. Spende die Dinge, die du nicht mehr verwenden wirst, und bringe achtsam neue Dinge in dein Zuhause, die die glückliche und erfüllte Version deiner selbst widerspiegeln.
Teil 3: Feiern
Das Feiern besonderer Anlässe – worum geht es dabei eigentlich? Wie schon bei den Themen Einkaufen und Dekorieren kannst du innehalten, zur Ruhe kommen und darüber nachdenken. Im Kern geht es beim Feiern darum, zu würdigen, woher du kommst, Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen und das Leben wertzuschätzen.
Die eigenen Wurzeln zu feiern kann vieles bedeuten. Es kann deine Kultur und deine Familie sein, die du feierst und du kannst neue Rituale erschaffen, für dich selbst und, wenn du eine Familie hast, auch für sie. Zu einer Feier gehört auch das Planen und Vorbereiten im Vorfeld. Das bringt Vorfreude und eine angenehme Erwartung mit sich. Stress und Perfektion sind dabei nicht notwendig. Vielmehr soll das Feiern ein freudvoller Teil deines Lebens sein. Eine tolle Feier ist das, was wir uns alle wünschen.
Die Atmosphäre bewusst gestalten
Wie kann das nun ganz konkret aussehen? Beginne damit, dir die Atmosphäre vorzustellen, die du erschaffen möchtest. Damit meine ich die Stimmung für alle Sinne: das Licht, die Musik, die Düfte, die Dekoration und das Essen.
Entsprechend deinem inneren Bild eines freudvollen Beisammenseins kannst du diese Elemente im Voraus vorbereiten. Eine achtsame Vorbereitung hilft dir, im Moment selbst entspannter und präsenter zu sein.
Bedürfnisse, Wünsche & Erwartungen
Denke an deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche und, wenn du Gäste hast, auch an ihre. All diese lassen sich auf liebevolle und natürliche Weise einbeziehen. Wer braucht zwischendurch Ruhe? Bereite einen Platz vor, wo diese Person sich hinlegen kann. Welcher deiner Gäste ist großartig im Unterhalten? Diese Person kann eine kleine lustige Rede halten. Oder etwas vorführen. Sind Kinder eingeladen? Diese brauchen Raum um sich bewegen zu können.
Gerade bei Festen, bei denen Traditionen oder familiäre Dynamiken eine Rolle spielen, können die Erwartungen hoch sein. Es ist hilfreich, sich dieser Erwartungen bewusst zu sein und klar zu unterscheiden, was in deiner Hand liegt und was nicht.
Loszulassen, was du nicht kontrollieren kannst, gibt dir Leichtigkeit, Ruhe und schafft Raum für echte Verbindung.
Das Fest
Anhand deiner Lieblingsvorstellung für das Fest kreierst du das Menü. Die Vorbereitung hierfür ist schon Teil der Feier. Du kannst einige der Speisen vorbereiten, so dass es am Festtag nicht stressig wird. Du kannst mit deinen Gästen gemeinsam kochen, wenn sie ankommen. Dies ist ein sehr vebindender und schöner Moment für den Beginn der Feier. Oder jede Person kann etwas mitbringen, so dass ihr eure jeweiligen Lieblingsrezepte in Form des Gerichtes teilt.
Du kannst alte Traditionen ehren oder behutsam neue einführen, die sich mehr nach dem anfühlen, wer du heute bist. Es gibt kein Richtig oder Falsch; nur das, was sich stimmig, nährend & bedeutungsvoll anfühlt.
Während der Feier steht das Zusammensein und die Freude im Mittelpunkt, nicht starre Abläufe. Vielleicht passt ein Spaziergang am besten oder Musik zu hören und zu tanzen. Einen Film zu schauen oder kreativ etwas zu gestalten ist eine schöne Gelegenheit, eine ruhigere Aktivität zu integrieren. Falls du Gäste hast, kann es genau das Richtige sein, gemeinsam ein Brett- oder Kartenspiel zu spielen. All diese Momente schaffen Erinnerungen, die weit über perfekt gedeckte Tische hinausgehen. Oft sind es die einfachsten Aktivitäten, die die größte Freude bringen und als wertvolle gemeinsame Momente in Erinnerung bleiben.
Präsenz statt Perfektion
Am wichtigsten ist es, dir selbst zu erlauben, präsent zu sein. Lass den Anspruch los, dass alles auf eine bestimmte Weise aussehen oder sich anfühlen muss. Beim Feiern geht es weniger darum zu beeindrucken, sondern vielmehr darum zu teilen: Zeit, Lachen & Liebe.
Wenn wir Feiern mit Intention, Freundlichkeit & Flexibilität begegnen, werden sie ganz natürlich zu dem, was sie sein sollen: ein Spiegel von Liebe, vom Leben & der Verbindung.
Ich wünsche dir einen angenehmen Dezember & eine tolle Feier, Gesa
photocredit: Anastasiia Rozumna / unsplash.com